
Projekt - Konzept
Projekt-Konzept:
Im Zentrum dieser Gesamtkomposition steht das Phänomen der Vergänglichkeit: Töne erklingen und verklingen, Bilder kommen und gehen, lösen einander ab, fluktuieren in prozeßhafter Metamorphose.
Die Bezugnahme zwischen Musik und Bild erfährt in der Druchdringung mit Gedichten von Paul Celan eine dritte Ausdrucksebene. Ausgewählte Texte seiner Liebesgedichte ziehen sich durch Gelebtes und Geliebtes, dessen Spuren vom Wind verweht, entschwinden.
Auf diese Weise bietet sich dem Publikum eine vielschichtige Begegnung und sinnliche Erfahrung von Hörbarem im Sichtbaren und von Sichtbarem im Hörbaren zugleich in räumlicher Einbeziehung von Nähe und Ferne, als Ganzheit intensiver Expressivität.
Inhaltlicher Bezug des Projekts zum kulturellen Jahresthema „Großwetterlage“:
Mit dem Titel „Verwehungen“ thematisiert sich für mich das alte griechische Panta Rhei, welches nicht nur unsere menschliche Existenz sondern letztendlich das Universum, den Kosmos als unaufhörlich sich im Fluß befindendes Phänomen der steten Wandlung und Transformation versteht.

Wind weht und verweht: unsere Schritte und Tritte im Sand, im Schnee; Spuren, die verweht werdend, sich verflüchtigen und auflösen. Spuren unserer Lebensprozesse, Lebensereignisse, Glücksmomente, die sich tief in unsere Seelen eingraben und einzig in der Er-innerung fortleben können.

Neben der meteorologischen Komponente empfinde ich Wind im metaphorischen Sinn als treibende Kraft und Dynamik, die musikalische Prozesse prägt. Das weite Spektrum von Windstille über feines Säuseln, leichtes Fächeln bis hin zu wuchtigen Böen, Stürmen und wilden Wirbeln kann sich auf musikalischer Ebene auf Tonverläufe von grave über lento und largo bis prestissimo sowie auf Dynamik von pianissimo bis zu ungestümen fortissimo übertragen lassen.

Mit dieser musikalischen Reise vollzieht sich zugleich eine Bilderreise: Einzelbilder sowie visuelle Sequenzen, deren Abfolge ähnliche Dynamiken des Wehens und Verwehens ausbreiten. Im Fluß zwischen kontemplativer Betrachtung und tanzenden Eruptionen kommt es mitunter zu Ausblendungen, die dem Auge Raum geben für die Schau nach innen und damit das Erschaute im inneren Auge vertiefend er-innernd fortwirken lassen können.
Wind weht und verweht; Wind erzeugt Strömungen in der Luft und in der Atmosphäre; Wind durchzieht im meteorologischen Kontext Wolken, wirkt als treibende Kraft auf die Formung von Wolken ein, deren Fluß am Himmel über große Räume und längere Zeiten hinweg vielfältigste entrückende Bilder von Wolkenflug und Wolkenformationen gleichsam künstlerisch hervorzaubern kann: Großwetterlage.
Neben der meteorologischen Komponente empfinde ich Wind im metaphorischen Sinn als treibende Kraft und Dynamik, die musikalische Prozesse prägt. Das weite Spektrum von Windstille über feines Säuseln, leichtes Fächeln bis hin zu wuchtigen Böen, Stürmen und wilden Wirbeln kann sich auf musikalischer Ebene auf Tonverläufe von grave über lento und largo bis prestissimo sowie auf Dynamik von pianissimo bis zu ungestümen fortissimo übertragen lassen.